Webentwickler – Statistik und Webanalyse – Wie, warum, was soll das?

Dies ist zwar eine private Website, dennoch nutze ich eine Statistik- und Webanalysesoftware für den Blog. Im Weiteren erkläre ich warum dies für Webentwickler, wie mich, sehr wichtig ist und weshalb inzwischen IP-Adressen sogar gekürzt verarbeiten werden müssen.

Warum? Als Entwickler und Betreiber einer Website möchte man, dass die Inhalte und das Layout genau auf die Besucher zugeschnitten sind.

Frage: Was hilft eine Website mit interessanten Inhalten, aber einer nicht optimalen Benutzerführung.
Antwort: Die Besucher finden die Inhalte nicht.

Frage: Was bringt eine Website die zwar eine ausgezeichnete Benutzerführung als auch ein ansprechendes Layout hat, aber keine für die Besucher interessanten Inhalte bietet?
Antwort: Nichts!

Und genau dafür kommen Statistik- und Webanalyse Software zum Einsatz. Mit Hilfe solcher Technologien können Webentwickler, Contentmanager und Betreiber von Websites herausfinden, ob die Besucher im Allgemeinen mit der Benutzerführung klar kommen und welche Inhalte sie besonders interessieren. Und ob eine Website so interessant ist, dass Besucher am nächsten Tag gleich wieder kommen.  Ich habe dadurch herausgefunden, dass über 70% aller Besucher, die über Suchmaschinen auf diese Seite kommen, sich für meine Artikel über Netbooks, UMTS/HSPA und Mobile Internet interessieren und zu 20% wiederkommen. Solche Zahlen spornen mich an, mehr über diese und ähnliche Produkte zu schreiben. Zusätzlich ist das ein Lob für mich, denn die Artikel gefallen den Besuchern, evtl. ja auch Dir. 🙂

Um herauszufinden, ob Inhalte interessant sind, oder ob die Benutzerführung funktioniert, werden anonym Daten gesammelt. Dazu zählt u.a. von welcher Seite auf die aktuelle Website verlinkt wurde, oder welcher IP-Adresse die Besucher haben. Anhand der IP-Adresse kann man eine ungefähre Richtung bekommen, von wo Besucher kommen. Es handelt sich dabei um keine exakte Adresse.  Man kann z.B. sagen, eine IP-Adresse, die einem Provider X gehört, ist für den Raum Hamburg und Umgebung, oder aus den Raum München zugewiesen. IP-Adressen haben bei den meisten Breitbandkunden (z.B. DSL) nur eine Gültigkeit von 24 Stunden, da nach diesem Zeitraum in der Regel eine Zwangstrennung erfolgt, diese werden dynamische IP-Zuweisung genannt. Anders als bei einer Telefonnummer kann bei dynamischen IP-Adressen kein Rückschluss auf einen exakten Standort/postalische Adresse geschlossen werden. Das ist nur durch eine Abfrage beim Provider möglich und erfordert einen richterlichen Beschluss. Und obwohl IP-Adressen also für die Allgemeinheit (Webentwickler, Websitebetreiber, …) nur eine ungefähre Richtung der Herkunft (z.B. Besucher kommen aus Bayern, Hamburg oder USA) geben kann, haben in Deutschland einige selbsternannte „Datenschutzexperten“ mit Hilfe von Gerichten vor einigen Monaten  entschieden, dass IP-Adresse zu den personenbezogene Daten gehören. Dies stellt Hoster, Websitebetreiber und Unternehmen vor neue Herausforderungen, da das Analysieren der Nutzung der eigenen Website somit evtl. nicht mehr legal sein kann.

Aus diesem Grund wird die IP-Adresse nun gekürzt analysiert (die letzen 8 Bit der Adresse werden „genullt“). Dies ermöglicht eine grobe, datenschutzrechtlich erlaubte, Ermittlung von wo Besucher ungefähr kommen. Gleichzeitig wird sichergestellt, dass überhaupt kein Rückschluss auf einzelne Personen durch die IP-Adresse möglich ist .

Viele Websitebetreiber, wie ich auch, haben diese Regelung selbstverständlich umgesetzt.  Auf Grund dieser Kürzung entstehen allerdings auch nicht ganz so optimale Abweichungen. Ein Besucher aus „Hamburg und Umgebung“, kann also plötzlich aus Berlin oder sogar aus London kommen. Bei Websites mit besonders regionalen Interesse, z.B. Zeitungen und Blogs „aus der Region“, ist dies also nicht besonders schön. Aktuell lässt sich das aber auf Grund der in Deutschland durchgesetzten, wie ich persönlich finde, etwas zu extremen Datenschutzbestimmungen nicht ändern.

Ich finde Datenschutz sehr wichtig, manchmal kann man es aber auch übertreiben. Wie z.B. bei den IP-Adressen, die sich bei den meisten Internetnutzern so oder so nach 24 Stunden ändern.

Ich setze die datenschutzfreundlichere Analysesoftware Piwik ein, diese wurde vom Unabhängigen Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein getestet und es wurde bestätigt, dass mit Piwik ein datenschutzkonformer Einsatz möglich ist. Details dazu, gibt es später in einem anderen Beitrag.

Ich bin der Meinung, dass es weit aus wichtigere Dinge gibt, die durch die Datenschutzexperten Deutschlands geprüft und reguliert werden sollten. Mehr Transparenz bei Bonussystemen, und der Bezahlung der EC-Karte, Überwachungskameras im öffentlichen Raum, sowie der Weitergabe von Bankdaten ins Ausland.

Regelungen wie diese verhindern eine sinnvolle Optimierung der Benutzerführung und interessanter Inhalte, das kann sich evtl. auf die Qualität der Inhalte auswirken.

Wie ist eure Meinung dazu?

In einem nächsten Beitrag werde ich erklären, wie man sich von der „Unterstützung zur Verbesserung der Inhalte“ ausschließen lassen kann, auch bekannt als „Opt-Out-Verfahren“ oder „ich bin Datenschutz paranoid“.

 

 

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